HD Video, 60 min, Foto: Nadine Fraczkowski
Anne Imhof: Rage, 2014 ©
HD Video, 60 min, Foto: Nadine Fraczkowski
Anne Imhof: Rage, 2014 ©
HD Video, 60 min, Foto: Nadine Fraczkowski
Anne Imhof: Rage, 2014 ©
HD Video, 60 min, Foto: Nadine Fraczkowski
Anne Imhof: Rage, 2014 ©

Anne Imhof

Geboren 1978

Residenzstipendium der Hessischen Kulturstiftung 2013/2014:
Paris

Die Künstlerin hat sowohl an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach als auch an der Frankfurter Städelschule studiert, mit Abschluss 2012 als Meisterschülerin bei Prof. Judith Hopf. Im Zentrum ihrer Arbeiten steht die Auseinandersetzung mit dem Medium Performance, in dem sie Darstellungsformen von menschlichen Beziehungen und Interaktionen untersucht. Die von einer wechselnden Anzahl von Performern vorgetragenen Choreografien werden durch Skulpturen, Zeichnungen, Videos oder (gesprochene) Texte erweitert. Imhof versteht ihre Arbeiten in unterschiedlichen Medien als gleichrangige Verbindung von Live-Performance, dazu entwickelten Objekten und der– generell prekären – Dokumentation von Performances.

Im Pariser Atelier der Hessischen Kulturstiftung führte Anne Imhof die bereits früher begonnene Arbeit SOTSB (School of Seven Bells) weiter. Diese in mehreren Versionen angelegte Komposition gründet auf Gesten, mit denen ein Objekt von Hand zu Hand weitergegeben wird. In situativer Anlehnung an den Film The Pickpocket (1959) von Robert Bresson verwendet sie das darin porträtierte Weiterreichen von Diebesgut in einer Gruppe von Taschendieben im Kontext von Interaktionen im privaten und öffentlichen Raum: geheime Codes etwa beim Flirten und Cruising oder zwischen Mitgliedern von Gangs auf der Straße.

In ihren sehr langsamen, zeitlich über mehrere Stunden reichenden Choreografien entwickelt Anne Imhof aktuelle Strategien in der Geschichte der Performance Art. Anne Imhof hat 2015 den Preis der Nationalgalerie, Berlin, erhalten.

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