Das Stammhaus der Kaffeerösterei To.Mo.Ca, aufgenommen zur Regenzeit. Das Gebäude könnte für ein Beispiel faschistisch-italienischer Architektur in Addis Abeba gehalten werden, tatsächlich aber haben es Griechen (in Addis Abeba gab es -neben der indischen und armenischen auch eine griechische Community) im Jahre 1953 gebaut. Die italienisch-äthiopischen Caféhausbetreiber -waren deren Untermieter. © Michaela Meise
Michaela Meise ©



Michaela Meise

Geboren 1976

travel scholarship der Hessischen Kulturstiftung 2011/2012:
Addis Abeba

Anknüpfend an eine frühere Studienreise hat die Künstlerin und Musikerin Michaela Meise mit ihren Stipendium der Hessischen Kulturstiftung die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba besucht. Während ihres viermonatigen Aufenthaltes recherchierte sie insbesondere zu den architektonischen Spuren in der Kulturgeschichte des Landes, mit besonderem Interesse an der Zeit der sozialistischen Militärdiktatur von 1975 bis 1991. In dieser Phase unterhielten Äthiopien und die DDR enge Handelsbeziehungen. Neben der Lieferung von Waffen und landwirtschaftlichen Geräten unterstützte die DDR u.a. den Bildungssektor des afrikanischen Landes mit kompletten Schulgebäuden sowie mit pädagogischem und wissenschaftlichem Personal, aber auch mit einem Karl-Marx-Denkmal, das Honecker 1984 dem damaligen Staatsführer Haile Mariam Mengistu schenkte. Bereits in den 1950er und 1960er Jahren entstanden in Addis Abeba moderne Bauten im International Style: Kaiser Haile Selassie hatte schon zu dieser Zeit Bauaufgaben an internationale Architekten vergeben.

Die Ergebnisse ihrer fotografischen Studien plant Meise, die die Kunsthochschule Kassel und die Staatliche Hochschule für bildende Künste Städelschule absolviert hat, in einem umfassenden Bildband zur Stadtgeschichte von Addis Abeba zu publizieren.

All scholarship recipients