Der Komponist und Künstler Alexander Tillegreen (*1991 in Lyngby-Taarbæk, Dänemark) arbeitet an der Schnittstelle von Klanginstallation, Komposition, Skulptur und Malerei. Im Zentrum seiner Praxis steht die Erforschung psychoakustischer Phänomene, insbesondere der sogenannten Phantomwort-Illusion – ein Wahrnehmungseffekt, bei dem Hörende Worte zu vernehmen glauben, die akustisch nicht vorhanden sind. Die wahrgenommenen Begriffe speisen sich aus dem sprachlichen und kulturellen Hintergrund, dem Unterbewusstsein und der körperlichen Bewegung der Zuhörenden. In seinen Installationen schafft Tillegreen immersive Klangumgebungen, in denen das Publikum durch Präsenz und Bewegung zum Mitschöpfer des Werks wird. Tillegreens visuelle Arbeiten – neben Skulpturen und Malereien Zeichnungen und Druckgrafiken – fungieren als resonante Bildräume, in denen Rhythmus, Räumlichkeit und chromatische Spannung sensorische Reaktionen auslösen. Häufig operieren sie als grafische Partituren, die kompositorische Strukturen sichtbar machen und eine wechselseitige Durchdringung von Bild und Klang herstellen.