Ilknur Koçers (*1988 in Kassel) künstlerische Praxis bewegt sich im Feld von Comic, Illustration und narrativer Zeichnung. In ihren visuellen Kurzgeschichten verbindet sie persönliche Erfahrungen mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen und untersucht Themen wie Migration, Zugehörigkeit und kulturelle Differenz. Ihre eigene Familiengeschichte bildet einen wiederkehrenden Bezugspunkt: Die Großeltern kamen in den 1960er Jahren als Gastarbeitende nach Deutschland, eine Erfahrung, die Koçers Blick auf transnationale Arbeitsprozesse und deren soziale Verwerfungen nachhaltig geprägt hat. Zwischen dokumentarischer Beobachtung und poetischer Verdichtung changierend, machen ihre Arbeiten die oft unsichtbaren emotionalen und sozialen Spannungsfelder von Migrationserfahrungen zugänglich.