Geisterhafte Körper, silikonüberzogene Gewänder und fragile Abformungen menschlicher Gestalt bevölkern die Installationen von Un-Zu Ha-Nul Lee (*1992). Die in Frankfurt am Main geborene Künstlerin studierte an der Hochschule für Gestaltung Offenbach und arbeitet mit figurativen Skulpturen, transmedialen Installationen, audiovisuellen Medien und Poesie. In ihren raumbezogenen Arbeiten bringt sie menschliche und nichtmenschliche Körper in Beziehungen, die etablierte Ordnungen und Dichotomien spielerisch unterlaufen. Über autofiktionale Spuren sowie kulturelle Formen des Erinnerns und Erzählens verhandelt Lee Prozesse der Reparation von Trauma und Gedächtnis. In der Tradition des feministischen Unheimlichen beschwört sie durch den Einsatz von Silikon und mythologischen Symbolen unerklärliche, unheimliche Momente herauf, in denen Verletzlichkeit, Abwesenheit und die Fragmentierung von Körperlichkeit sichtbar werden.