An der Wand ein Tafelgemälde, das sich wie ein Buch mit vier Rücken auffalten lässt, oder ist es ein aufgehängtes Architekturmodell oder ein minimalistisches Objekt, das zu all diesen Kategorien querliegt? – Eindeutig ist es nie, denn Sunah Choi setzt in ihren Arbeiten Zuschreibung Ambiguität entgegen, hält die Assoziation in der Schwebe. Das Konkrete bleibt im Vagen, die Antithese einander widersprechender Prinzipien oder Materialien wird zum Spiel mit der Wahrnehmung. Sunah Chois neue Monografie ist eindeutig ein Buch mit Cover, Rücken und Hinterseite, doch zugleich ein vielschichtiges Bild, das Einblick gibt in eine Arbeitsphase der Künstlerin. Es vereint grafische, fotoperformative sowie räumliche Werke, die sie in den letzten fünf Jahren geschaffen hat, und offenbart einen Entwicklungsprozess, der sowohl durch Kontinuität als auch durch Unvorhersehbarkeit gekennzeichnet ist.
Reisestipendium
Korea, Japan, Taiwan
2003/2004
Sunah Choi, o.T. Mit Texten von Anna Sinofzik, Dominic Eichler, Jan Verwoert, Barbara Buchmaier, Gestaltung: Markus Weisbeck, 21 x 28 cm, Hardcover, Spector Books, Leipzig, 2024.